Monika Schumacher

Matthias Schriefl Trio * IM HIMMEL

VÖ 28.03.2014 (Himpsl Records)

 

Matthias Schriefl * Komposition, Arrangements, Trompete, Flügelhorn, Alphorn, Sousaphon, Loop-Station, Gesang
Alex Morsey * Kontrabass, Sousaphon, Bass-Gitarre, Tuba, Gesang
Silvio Morger * Drums (Tracks 4, 5, 8, 10, 12, 14), Melodika
Jonas Burgwinkel * Drums (Tracks 1-3, 6, 7, 9, 11)
Gäste:
Hilde Unsinn, Anna und Priska Schriefl (7), Filippa Gojo (10), Marie-Theres Härtel (14) * Gesang

 

www.schriefl.eu

 

 

Uralte Volkslieder harmonisch mit zeitgenössischem Jazz zu vereinen: Dies hat sich das Matthias-Schriefl-Trio vorgenommen und auf originelle Weise verwirklicht. Die CD „Im Himmel“ enthält sowohl alpenländische Volkslieder wie auch alpin inspirierte Eigenkompositionen des Allgäuer Jazztrompeters Matthias Schriefl. Schriefl geht es dabei nicht darum, den Kontrast zwischen Volksmusik und Jazz zu betonen; vielmehr will er zeigen, wie eng beide Musikstile verwandt sind. Alpenländische Volkslieder leben seit jeher von Improvisation, Weiterentwicklung und der Kreativität der Musikanten. Und Jazz lässt sich immer und überall von Folklore inspirieren.

Die Auswahl der Volkslieder ist meist biographisch bedingt: Matthias Schriefl hat diejenigen Stücke arrangiert, die er in seiner Kindheit oft gehört hat. Die Eigenkompositionen sind ebenfalls größtenteils in den Alpen entstanden, teilweise auf über 2000 Höhenmetern. Sie stecken voller skurriler Ideen, bleiben aber trotz des breiten theoretischen Hintergrunds in jedem Ton und jeder Geste anti-elitär und leidenschaftlich. Die Musik ist stilistisch breit: Die Band kann so gemütlich sein wie eine Almkuh, die ein Edelweiß kaut, aber verwandelt sich im Handumdrehen in eine New-Orleans-Marching Band, in eine Pop Band mit eingängigen Hits, in ein klassisches Kammerensemble mit Mozartperücken oder in eine Allgäuer Version von Tom Waits.
Alle Stücke sind sorgfältig durchdacht und arrangiert, aber beim Improvisieren erkundet die Band in aller Freiheit neue akustische Welten. Die Musiker sind allesamt Multi-Instrumentalisten, daher ist jedes Stück anders instrumentiert. Hier und da erscheinen Kuhglocken, Loops, Melodikas, eine selbstgebaute Bassgitarre, Sousaphone und Alphörner. Die Musiker singen, sprechen und pfeifen dazu. Sie sind fabelhafte Jazzsolisten, die auf ihrem Instrument eine individuelle Sprache gefunden haben. Zugleich sind sie einfühlsame Begleiter, deswegen haucht jedes Solo der Musik eine neue Stimmung ein.

Alle Stücke wurden in Kölner Studios aufgenommen, können in derselben Form aber auch live gespielt werden. Die Titel 1, 2, 4, 7, 10 und 11 wurden analog auf Mehrspurtonband aufgenommen, wodurch ein etwas rauerer Vintage-Sound entsteht. Einen sterilen Studio-Sound wollten die Musiker unbedingt vermeiden, um einen organischen, handwerklichen Klang zu erzeugen, wie er sowohl echter Volksmusik als auch klassischen Jazztrios steht. Deswegen wurde bewusst auf unnötige digitale Spielzeuge verzichtet.